Ethno-Galerie des Kultur und Kunstvereins Družina

In der Ethno-Galerie des Kultur- und Kunstvereins Družina sind zahlreiche wertvolle Exponate ausgestellt: typische Blusen aus Pag, die mit Pager Spitze geschmückt sind, Damen- und Herrentrachten aus früheren Zeiten, verschiedene Kleidungsstücke, antike Möbelstücke und Fotografien, die vom einstigen Leben in Pag zeugen.

Der Kultur- und Kunstverein Družina wurde 1949 mit dem Ziel gegründet, authentische Folklore in den Bereichen Tanz, Vokal- und Instrumentalmusik sowie andere, ähnliche folkloristische und ethnographische Ausdrucksformen zu bewahren, vorzubereiten und öffentlich zu präsentieren, sowie die folkloristische Kreativität kontinuierlich zu studieren, um ihre Authentizität zu erhalten. Die Mitglieder von Družina sind wahre Hüter des reichen kulturellen Erbes, das sie stolz und liebevoll pflegen, bewahren und von Generation zu Generation weitergeben.

Sie haben Pag und seine reiche Tradition bei vielen Veranstaltungen in ganz Kroatien und Europa vertreten. Die traditionelle Tracht der Stadt Pag gehört zu den attraktivsten traditionellen Schätzen des kroatischen Küstengürtels.

Das markanteste Detail der Damenkleidung ist das weiße Kopfstück, das Pokrivaca genannt wird: ein dreieckiges, gestärktes, weißes Leinenstück, das mit applizierter Pager Spitze verziert ist, die auch die Rüschen am Saum bildet und mit drei Nadeln am Kopf befestigt wird. Neben der Blusenöffnung an der Brust befindet sich eine Dekoration, die vom Hals bis zur Taille im Muster der Anfangsspitze verläuft und als „Pager Teg“ bezeichnet wird. Der traditionelle Schmuck besteht aus einer goldenen Halskette, „Peružini“ genannt, und großen Ohrringen in Glocken- oder Birnenform, „Ročini“ genannt.

Das Teg ist zusammen mit der weitaus bekannteren Spitze in die Liste der geschützten Kulturgüter der Republik Kroatien eingetragen, die ihren Ursprung in der Stadt Pag haben, und trägt das Label „Ursprünglich kroatisch“. Ein weiterer Teil des reichen folkloristischen Erbes ist der Pager Tanz (Tanac), der vom Verein Družina und den Mitgliedern der Folkloreabteilung der Grundschule aufgeführt wird.

Dauerausstellung „Bartul Kašić“

Während der venezianischen Herrschaft waren die Bürger von Pag von der Teilnahme an militärischen Heereszügen befreit, da der Herstellung von Salz eine außerordentliche Bedeutung beigemessen wurde. Ivan Petar Kašić verzichtete jedoch auf dieses Privileg und nahm an einer der wichtigsten Schlachten der Geschichte teil: der Schlacht von Lepanto im Jahre 1571. Er heiratete 1574 Ivanica Bogdaničić und ein Jahr danach, an Mariä Himmelfahrt 1575, wurde ihr Sohn Bartul geboren, der größte Sohn seiner Stadt Pag.

Seine erste Ausbildung genoss er in Pag. Zu jener Zeit wirkten drei Klöster innerhalb und ein weiteres außerhalb der Stadtmauern. Eines der Klöster unterhielten Dominikanermönche, die für das Verbreiten von Bildung bekannt waren. Sie waren es auch, die die erste kroatische Universität in Zadar gründeten.
Im Alter von 15 Jahren begleitete Bartul Kašić seinen Onkel, einen Priester, auf eine Reise nach Loreto in Italien, wo er das Illyrische College besuchte. Als das Kollegium 18 Monate später aufgelöst wurde, setzte er seine Ausbildung in Rom fort.

Nach seinem Abschluss begann er, die illyrische (kroatische) Sprache am Collegium in Rom zu unterrichten. Zu diesem Zweck schrieb er 1604 die erste kroatische Grammatik. Auf Befehl von Papst Paul V. reiste er 1609 über Dubrovnik in die osmanischen Provinzen Bosnien, Slawonien, Syrmium, Ungarn und Serbien, um sich über das Leben der Christen dort ein Bild aus erster Hand machen zu können. Es gilt zu betonen, dass es sich bei seinen Schilderungen über das Leben der Christen in jenen Regionen zu Beginn des 17. Jahrhunderts um wichtige Dokumente handelt, die darüber hinaus eine große literarische Leistung darstellen. Er hielt sich im Rahmen von zwei Aufenthalten insgesamt 13 Jahre lang in Dubrovnik auf.

Dauerausstellung über die Salzgewinnung

Wir wissen einfach nicht genau, seit wann Salz in Pag gewonnen wird. Die Salzproduktion in unseren Breitengraden wird erstmals in dem 1912 erschienenen Buch über die adriatischen Salzpfannen von Prof. Candide von der Universität Neapel erwähnt.

Er betont, dass bereits im 3. Jahrhundert v. Chr. die Illyrer (er meint die Liburnier) aus den kroatischen Gebieten auf die Apenninenhalbinsel gereist sind und dort die Einheimischen in die Meersalzproduktion unterwiesen und dabei die heutige größte italienische Salzfabrik „Regina Margarita“ gründeten. Erste schriftliche Daten, die sich konkret auf die Salzproduktion in Pag beziehen, sind in einem Testament aus dem Jahr 999 zu finden. Weitere Informationen zu den Salinen in Pag lassen sich in den Folgejahren oft in Testamenten und anderen Dokumenten nachverfolgen. In dieser Zeit galt Salz als weißes Gold.

Bis zum Beginn der venezianischen Ära 1409 gab es auf der Insel mehrere Salzpfannen. Neben der heutigen, die als einzige in ganz Venezianisch-Dalmatien überlebte, gab es auch Salzpfannen in Dinjiška, Povljana, Vlašići und Stara Novalja. Es gab Dutzende von Salzpfannen an der gesamten östlichen Adria-Küste; jedoch ließ Venedig alle außer der in Pag schließen, um die Salzproduktion und -verteilung effektiver überwachen zu können. Venedig nahm 70 % der gesamten Salzproduktion an sich, wohingegen die restlichen 30 % in 50:50-Anteilen zwischen den Eigentümern der Pfanne und den Arbeitern aufgeteilt wurden.

Die Republik Venedig, die von 1409 bis zu ihrem Zusammenbruch im Jahre 1797 die kroatische Küste beherrschte, war nie Eigentümer der Salzpfanne. Diese waren in der Regel Adlige aus Zadar aber auch aus Pag, ebenso das Benediktinerinnenkloster und die Kirche.

Pager Spitzengalerie

Seit Jahrhunderten wird in der Stadt Pag die Tradition, Nadelspitze herzustellen, gepflegt. Hierbei handelt es sich um eine besondere Technik, deren wertgeschätzteres Produkt eben jene Pager Spitze ist. Im Jahr 2009 wurde die Pager Spitze in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Die Spitze begleitet die Menschen auf Pag durch ihr gesamtes Leben und symbolisiert – einem einzigen Faden gleich – sowohl die Schönheit als auch die Härte des Lebens auf dieser Insel aus Stein und Salz.
Der Frane Budak Verein der Pager Spitzenmacherinnen eröffnete 1998 die Pager Spitzengalerie mit dem Ziel, diese wertvollen und einzigartigen handgefertigten Artefakte zu erhalten.

Die Besucher können entdecken, wie Pager Spitze hergestellt wird, und sich zwischen den Produkten verschiedener Spitzentechniken entspannen, die wahre Kunstwerke sind und von den geschickten Händen der Pager Klöpplerinnen hergestellt werden. Die reiche Ausstellung zeigt Spitzen aus verschiedenen Epochen: Repliken von Pager Spitze nach alten Budak-Mustern, verschiedene Textilprodukte, die in Pager Haushalten verwendet werden, Kleidungsstücke, die von den Pager Bewohnern im Laufe der Geschichte getragen wurden sowie Kreationen neueren und neuesten Datums.